Dienstag, 28. Februar 2017

Kernstaub: Über den Staub an Schmetterlingsflügeln - Marie Graßhoff




"Wir haben nach neuen Welten gesucht, aber keine gefunden. Also nahmen wir die unsere und versuchten, sie schöner und leuchtender zu machen. Doch je mehr Licht wir ihr gaben, umso tiefer wurden ihre Schatten.

Mara hat vergessen, dass sie bereits seit Hunderten von Leben vor den Wächtern des ewigen Systems flieht. Durch den Mord an ihr wollen sie den Weg aller Seelen zur Perfektion ebnen.

Ihr Dasein wird in diesem Leben lediglich von ihrer immensen Angst vor Uhren bestimmt. Doch als die Wächter sie erneut aufspüren, um sie aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu tilgen, verschiebt sich das Gleichgewicht der Dimensionen: Uralte Erinnerungen kehren zurück, eine längst vergessene Liebe erwacht von Neuem und Kriege spalten den Planeten.

Und über allem schwebt die Frage: Wenn die ganze Welt dich hasst, würdest du dich trotzdem für sie opfern?
"







Am Anfang meiner Rezension zweifele ich. Warum? Ich bin nicht sicher ob ich diesem Meisterwerk mit meinen Worten gerecht werden kann - aber ich werde es versuchen.

Ich bin sprachlos und frage mich: Wie soll ich einen Epos (das ist es wirklich) von diesem Ausmaß in einer Rezension beschreiben? 1000 Gefühle, 2 Seelen, unglaublich viele Welten in einem wahnsinnig komplexen Universum und 1 Wunsch - die Glückseeligkeit des Kerns.

Das Cover alleine zeigt zahlreiche Details, welche man erst nach dem Lesen völlig in sich aufnehmen kann. 

Der Schreibstil, ich würde ihn fast als poetisch bezeichnen, kann nach den ersten Kapiteln flüssig gelesen werden. Allerdings hatte für mich gerade der Anfang der Geschichte eine gewisse Schwere.

Mara, das junge, reiche Waisenmädchen, lebt mit Ihrem Bruder und den Hausangestellten allein. Ihr "Kennzeichen" ist ihre panische Angst vor Zeitmessern (Uhren) jeglicher Art. In Ihrem Leben gibt es 3 Konstanten: Ihre beste Freundin, Ihren Bruder und den Hausangestellten Ciar.

Soweit eine "durchsichtige" Geschichte - doch dann wird es komplex.

Marie Graßhoff hat mit Kernstaub ein unglaublich weitläufiges Gefüge geschaffen. Kernstaub umfasst nicht nur die Gegenwart,nein, Kernstaub umfasst ein gesamtes Universum und unendliche Zeiten (hier spreche ich von millionen von Jahren - darauf werde ich aber an der Stelle nicht speziell eingehen)

Mara lebt also in Ihrer Welt und dann gerät diese aus den Fugen. Ihr Bruder stirbt und Ihr Hausangestellter gibt sich als eine Art "übernatürlicher" Wächter zu erkennen, welcher nur ein Ziel hat: Sie, den Kernstaub, zu tilgen. Es beginnt eine atemberaubende Reise, gemeinsam mit Juan (dem Bruder Ihrer Besten Freundin, der sie aus tiefsten Herzen hasst) und Glen (einem weiteren viel älteren Wächter).

Gemeinsam flüchten sie in die reale Gegenwart (Jahr 2638). Die bisherige Gegenwart von Mara entpuppt sich als >>Sphäre<< - einer Art abgespaltenen Welt, welche in einer Zeitschleife wieder und wieder abläuft.

In dieser realen Gegenwart herrscht nur eines: Zerstörung und eine völlig leblose Welt - abgesehen von einer handvoll Kolonien, welche den 4. Weltkrieg und die Atombomben überlebt haben.
Dort erfährt Mara was sie wirklich ist: KERNSTAUB und für sie beginnt eine Reise durch die Erinnerung - unzählige gelebte Leben und eine uralte Seele,
Wiedergeburten, das Streben nach Vollkommenheit, der Illusion von Welten und einer unschönen Realität, in der man um das Überleben der Erde kämpft. 
Mittendrin Mara, die sich ihrer Rolle gar nicht bewusst ist.

Damit ist meine Rezension warscheinlich ähnlich undurchsichtig wie der Kernstaub selbst.

  Kernstaub ist für mich ein Epos, welcher seinesgleichen sucht. Eine Welt- von einer unvorstellbaren Komplexität- und mit diesem poetisch bildgewaltigen Schreibstil. Dazu fehlen mir die Worte.

Mit 980 Seiten also kein Buch für "zwischendurch" und dennoch habe ich jede Zeile in mich aufgesaugt und genossen.



Zusammenfassend würde ich also gerne 10 von 5 möglichen Lesezaubersternen vergeben.

Bzw 5 Lesezaubersterne und 5 Zusatzsterne.

 
für die regulär zu bewertenden Punkte (Cover, Schreibstil, Spannung, Setting,...)
 
&

für die Komplexität, die Poetik,... :

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen